WEINHANDWERKER AKTUELL 14.02.2019

Die SeyMänner erzählen

Herzenskraft – bei uns ist immer was los!

Nun ist es soweit: unsere 2018er Rotweine sind zum reifen übersiedelt! In unseren alten Weinkeller, tief unten in den Küstensedimenten des ehemaligen Urmeeres Tethis. In ausgewählte Holzfässer, wo sie je nach Sorte zwischen 12 bis 36 Monate liegen. Der Weinkeller ist die perfekte Klimakammer. Die Luftfeuchtigkeit ist mit fast 100 Prozent optimal, zusätzlich ist der Keller 12 Meter unter der Erde bestens abgeschirmt – ohne Mobilfunk und Strahlen Empfang. Hier herrscht absolute Stille…

In Karlsdorf reifen unsere Weißweine, so mancher ist schon perfekt am Punkt und kann es kaum erwarten in die Flasche zu kommen.

Wie unser „genialer Satz“ – Schmeckata 2018 oder unser Grüner Veltliner DAC „Sechs Hände“. Diese Weine sind die ersten Boten des Jahrganges 2018 und machen sich jetzt auf die Reise vom aufblühenden Pulkautal zu dir ins Glas! Ihre Mission ist Dich zu beglücken und Dir die Geschichten der „flüssigen Landschaft“ zu erzählen. Der Jahrgang 2018 ist einzigartig! So viel Licht und Sonne – so viel Frucht und Eleganz!

In den WeinGärten widmen wir uns jetzt sehr fokussiert dem Prinzip des sanften Rebschnittes. Dabei geht es darum den Wuchs der Weinreben über Jahre immer in dieselbe Richtung zu lenken. Außerdem schneiden wir nicht in das alte Holz und schonen unsere Reben vor Verletzungen. Das hört sich einfach an, ist aber eine große Herausforderung. Jeder Handgriff vom Anfang bis zum Ende muss wohl durchdacht sein. Man muss schon beim Entfernen der ersten grünen Triebe im Frühling an den Rebschnitt für die nächste Saison denken. Jeder Trieb hat seine Aufgabe. Es erfordert ein ganzheitliches Arbeiten mit großer Vorstellungskraft und Einfühlungsvermögen durch den gesamten Vegetationszyklus – Weinbau ist ein Gesamtkunstwerk….

Bald werden wir mit dem Rebschnitt fertig sein. Dann heißt es „anbinden“ – die Triebe werden sorgsam waagrecht auf den unteren Draht gebunden. Anschließend werden die Drahtgerüste und die dazugehörigen Unterstützungssteher aus Holz im WeinGarten ausgebessert. Wenn wir alles zeitgerecht schaffen, dann dürfen wir für einen kleinen Augenblick die Ruhe im Weingarten genießen bevor der Wettlauf mit der Vegetation wieder eröffnet ist…. Das Licht wird jetzt mit jedem Tag stärker und wenn die Durchschnittstemperatur wieder ansteigt bekommt die Pflanze den Impuls zum Austrieb – ein wenig Zeit bleibt noch…

Glücklicherweise haben wir seit Februar frischen Wind am Betrieb: Wenzel, ein Freund der ersten Stunde (wir kennen einander seit klein auf). Er macht gerade ein Praktikum bei uns und unterstützt uns sehr tatkräftig weil unser Leben hier in eine entscheidende Phase kommt:

Nancy wird am 27.2. in Innsbruck operiert: Das Herz der Weinhandwerkerei bekommt eine neue Mitralklappe. Was Routine ist für ihre Spitzenchirurgen, ist für uns aufregend, beängstigend und existentiell… Mehr denn je sind wir auf das Wesentliche fokussiert!!!

Nancy schreibt in ihremneuen Blog www.rosadeum.com und freut sich auf eure Anteilnahme in dieser besonderen Situation. „Was bisher selbstverständlich war – jeder Herzschlag, jeder Atemzug – ist kostbar für mich geworden,“ sagt unsere Herzdame…

 

Hey, it´s winter and cold, but don’t be sad! There´s a party raging down there at the roots.
Springtime and vintage 2019 are in the making!!!

 

Happy 2019 – wida wos neix!

Cheers to the new year! We enjoyed the Time between the Years with a new perspective with our 2018 RAW ROSE UNFILTERED, wicked naked stuff. Now, off we go to prune our vines … 

Prosit Neujahr! Wir haben gemütliche „Schlankerltage“ im Pulkautal genossen mit einer neuen Perspektiv im WeinGarten. Hier, Nancy zelebriert den Moment und fühlt sich wohl unter der Haube von  Cadê? natur.textil.design mit unseren 2018 RAW ROSE UNFILTERED … handgefüllt am Hof, nur 250 Flaschen, first come, first serve. Jetzt widmen wir Weinhandwerker den Rebenschnitt.

 

das Schöne vermehren – visit Nancy´s new Blog:

www.rosadeum.com

 

04.12.2018 Kraftstoff für Vintage 2019

 

Wir haben heute das biodynamische Fladenpräparat in unseren WeinGärten rausgebracht. Es wurde von Maria Thun entwickelt um die Bodenfruchtbarkeit zu erhöhen und Verunreinigungen im Boden entgegenzuwirken.


Das Fladenpräparat spielt eine sehr wichtige Rolle in der biodynamischen Landwirtschaft, da es auch die die Funktionen der biologisch-dynamischen Komposträparate z.T. mit übernimmt. Es wirkt sich ausgesprochen gut auf die Gesundheit des Bodens und auf das Bodenleben aus.

Das Fladenpräparat basiert auf Kuhmist, dem die Demeter-Kompostpräparate, sowie Kalk in Form zerriebener Eierschalen und Basalt-Sand hinzugefügt wurden.

Durch einen Prozess der “Dynamisierung” genannt wird, wird die spätere Wirkung erzeugt. Nach einer mehrmonatigen Vererdung des Gemisches entsteht das eigentliche Präparat, was in etwa die Konsistenz von frischem Humus hat.

Das Fladenpräparat besteht ausschließlich aus natürlichen Zutaten, die bis auf den Basalt-Sand, aus der biodynamischen Demeter-Landwirtschaft stammen.

Danke an die Praeparatekiste ≈ hier findest du mehr Information

WEINHANDWERKER AKTUELL 14.11.2018

Laurin schreibt:

Heute ist ein besonderer Tag – nach vielen Tagen des Nebels scheint endlich mit voller Kraft die Sonne wieder. Außerdem setzen wir das erste Mal in der Geschichte der Weinhandwerkerei Reben im Herbst aus. Warum?

Weil wir die letzten Jahre eine massive Trockenheit im Frühling hatten, da wir nicht bewässern können, müssen wir uns neue Methoden ausdenken und neue Wege gehen. Darum setzen wir die Reben im Herbst und hoffen auf reichlich Winterniederschlag damit unsere jungen Rebfreunde voller Energie im Frühling sprießen!

Die Reben die wir Heute am Schatzberg aussetzten sind auch besondere Reben.

Dieses Projekt wurde von langer Hand geplant. Vor über einem Jahr haben wir dafür Edelreiser von unseren besten Grünen Veltliner und Blauen Portugieser Reben geschnitten. Diese Edelreiser wurden dann mit der passenden Unterlage für uns veredelt.

Nun ist es endlich soweit – nach sorgsamer Hege und Pflege – kommen diese jungen Reben mit uralter standort-angepassten Genetik heute in die Erde am Schatzberg. Ab dann dauert es mindestens 3 bis 5 Jahre bis wir davon die ersten Trauben ernten dürfen – Gut Ding braucht eben Weile vor allem die Vermehrung des Schönen!

Spätestens nach der Ausbildung Laurins und seiner Rückkehr aus seiner Zeit bei einen der bekanntesten biodynamischen Weingütern in Neuseeland 2015 war klar was wir wollen: das Ziel der Weinhandwerkerei ist es unsere alten Wein-Gärten zu revitalisieren und zu beleben und durch unsere Arbeit mit der Natur und dem Wein ein ökologisches Paradies aus jedem Wein-Garten zu machen. Aus den Trauben von unseren blühenden und voller Lebenskraft strotzenden WeinGärten keltern wir Weine, welche unsere Landschaft, das Klima, den Boden und die Facetten des einzelnen Jahrganges schmeckbar machen. „Seymann´s flüssige Landschaft™“ steht für langlebige & ausdrucksstarke Weine im Einklang mit Muttererde! Diese werden durch das Kern-Team der 6 Hände geschaffen – Nancy, Harald und Laurin.

November Nachlese

Weinhandwerker aktuell   24.10.2018

Laurin schreibt:

Nach der Lese ist vor der Lese – The Story of a Vintage 2018 “Born to be Wild”

Die Weinlese 2018 war mit Abstand die früherste Weinlese die wir hier in der Weinhandwerkerei je zusammen gemeistert haben.

Da die Trauben sich schon so früh entschlossen hatten reif zu werden, mussten wir noch früher mit den Lesevorbereitungen beginnen. Das bedeutet, putzen, reinigen, aufräumen, alle Geräte die sonst das ganz Jahr nur herumstehen und darauf warten wann denn doch endlich mal wieder Weinlese technisch zu erwarten ist.

Am 27. August waren wir dann endlich soweit – alles war blitze blank, organisiert und einsatzbereit! Wir konnten endlich mit der Weinlese starten!

Das erste Ziel war es für uns einen „leichten“ aromatischen Grünen Veltliner zu ernten, das sich allerdings rasch zu einer Herausforderung darstellte da alles noch schneller als erwartet gereift ist währenddessen wir mit Lesevorbereitungen beschäftigt waren.

Aber mit unseren liebevollen, intelligenten Lesehelfer konnten wir die richtigen Trauben von Hand selektieren um auch in so einen reifen Jahr wie es eben 2018 war, einen leichten Grünen Veltliner zu keltern…Und so ging die Weinlese von einem reifen Weingarten Tag für Tag ohne Unterbrechung dahin. Mit reichlich Freude an der Arbeit, viel Kaffee und wenig Schlaf konnten wir die Hauptlese erfolgreich abschließen.

Am 30. September war es dann soweit: wir haben den vermutlich reifsten, aromatischen Cabernet Franc gelesen den wir je hatten. Damit war dann auch die Weinlese offiziell beendet was natürlich reichlich Grund zu feiern ist:

Man hat ein Jahr hart gearbeitet, bei Minus Graden den Rebstock im Winter geschnitten, ist im Sommer vor Sonnenaufgang aufgestanden um sich vor den heißen Temperaturen und der intensiven Sonne zu schützen – diese Arbeit ist nun gesichert!

Nach der wilden Phase der Gärung wo alles blubbert, Presse und Pumpen fast rund um die Uhr laufen, alles gleichzeitig passieren muss und wie durch ein Wunder man es schafft all diese Arbeit zu bewerkstelligen, ist es jetzt auch im Weinkeller vorerst ruhig geworden. Jetzt verkosten wir täglich unsere Weine, beobachten und geben den ihnen je nach Ausbauart das was sie brauchen. Im Moment brauchen unsere Weine Zeit und Ruhe um ihr Aroma zu entfalten und sich nach dieser wilden Zeit zur stabilisieren und auszuruhen.

Die wichtigste Frage? Wie schmeckt 2018? Lasst euch überraschen!

Nach der Lese ist vor der Lese!

Wir widmen uns jetzt wieder unseren Weingärten und nutzen die Phase der Ruhe im Weinkeller um unsere Böden für das Weinjahr 2019 fit zu bekommen. Es zeigt sich ganz klar in den letzten Jahren, dass es sinnvoller ist Begrünungen im feuchten Winterhalbjahr anzubauen. Außerdem verjüngen wir nun einige wirklich sehr alte Weingärten mit eigens veredelten Reben.