weinhandwerker aktuell – 17.01.2018

Unser Sohn Laurin ist nun hauptberuflich Winzer bei uns in der Weinhandwerkerei! Nach seinen Weinwanderjahren, Auslandsberufserfahrungen und Ausbildungen hat er sich nun entschieden gemeinsam mit Nancy & Harald die Zügel in die Hand zunehmen um seine Zeit, Ideen und Energie in den Familienbetrieb zu investieren. Vorwärts!

 

 

Nach dem extrem trockenen Weinjahr 2017 freuen sich unsere Weingärten über den so dringenden winterlichen Niederschlag, manchmal Schnee, meistens Regen. Jetzt werden die Wasserreserven wieder aufgefüllt. Seit den Feiertagen ist es sehr ruhig in den Weingärten, dafür schöpferisch-kreativ im Büro – neue Ideen entstehen für das kommende Weinjahr – lasst euch überraschen…! Mit der Ruhe im Weingarten ist es auch bald wieder vorbei denn wir beginnen nun mit dem sanften Rebschnitt. Ziel ist es das Wachstum und den Ertrag für den kommenden Jahrgang zu lenken, ohne den Rebstock dabei zu verletzen. Denn die alten Rebstöcke sind jene die wirklich interessant für uns als Winzer sind. Aber nur ein vitaler Rebstock ist ein wertvoller, dabei ist der sanfte Rebschnitt auschlaggebend um möglichst lange mit diesen alten Reben zusammen zu arbeiten. Diese Arbeit benötigt viel Erfahrung, Einfühlsamkeit und Gespür für die Rebe. Unsere ältesten Stöcke sind weit über 60 Jahre.

Zugleich ist auch unter der Erde im Weinkeller „allerhand“ zu tun. Wir cuvettieren unsere nächsten Rotweinjahrgänge 2015 und bringen die 2017 Rotweine in den Sandkeller, 12 Meter tief in den Bauch der Erde. Diese Weine kommen nun in zu jeden Wein passende, sorgsam ausgewählte Barriquefässer.

Der erste 2017er Weißwein ist gefüllt – unser genialer Satz „Schmeckata 2017“ wurde vor Weihnachten zum richtigen Mond auf Flasche gezogen und ist nun bereit Freude & Sonne zu verbreiten! Alle anderen Weißweine dürfen noch weiter reifen…

The Enchantment of a New Year / Frischer Zauber 2018

Our first event of 2018 / Ausg’steckt 

Nancy, Laurin & Harald, die Sechs Hände

WINTER BUSCHENSCHANK 27.-28.01, Sam. und Sonn. ab 15:00 Uhr

SAMSTAG 27.01, ab 19:00 Uhr

GERALD ETZLER

Gitarre, Gesang, Mundharmonika, Tamburin – Singt und spielt Eigenes und Fremdes unter dem Motto “Blues gegen den Blues” http://www.gerald-etzler.at  (Eintritt frei, Spendenhut-Beitrag willkommen)

Stimmungsaufhellung in der dunklen Zeit – no room for the Blues, or Blues gegen den Blues?! Anyway …

Gemütliches Holzfeuer in kunstvoller Bistroatmosphäre, handwerkliche Weine und hausgemachte Bio-Schmankerln. Im Sinne eines Kunst Cafés, Karlsdorf ist spannender Treffpunkt geworden: einfach, entschleunigt und gut! Klein und fein, daher bitte um Tischreservierung oder am Harrys Bar Stehplatz nehmen. Platz ist limitiert.

raw rosé 2017

≈ unfiltered – barrel fermented ≈ nur 200 Bottles!!! Unser Raw Rose ist eine Selektion aus handverlesenen, sonnenreifen Zweigelt und Portugieser Trauben. Gärung im kleinen Holzfass, sanft auf der Feinhefe aufgerührt um sein Aroma zu entfalten. Direkt vom Fass händisch am Hof in die Flasche gefüllt. Naturkork, 100% Handarbeit! Sehr sehr Limitiert!!!! Love in a bottle!

weinhandwerker aktuell – 29.11.2017

Gut Ding braucht Weile – vor allem die Vermehrung des Schönen!

Seitdem 2002 Harald Michael Seymann mit seinen Bruder Alexander den väterlichen Betrieb übernommen hat, stand stets der ökologische Gedanke im Vordergrund. Nach und nach wuchs durch unser gemeinsames werken, unsere Erfahrungen und den stetigen Austausch das Konzept der Weinhandwerkerei. Dies wurde durch den Eintritt von Sohn Laurin in die Weinbauschule Krems bestärkt. Auch Harald hat im Jahr 2009 den Bio Zertifikatskurs in Krems absolviert. 2011 wurde der Hauptwohnsitz von Alland im Wienerwald direkt zum Weingut nach Karlsdorf verlegt. Jetzt war es täglich möglich die Hand am Weinstock zu haben. Und spätestens nach der Ausbildung Laurins und seiner Rückkehr aus seiner Zeit bei einen der bekanntesten biodynamischen Weingütern in Neuseeland 2015 war klar was wir wollen: das Ziel der Weinhandwerkerei ist es unsere alten Wein-Gärten zu revitalisieren und zu beleben und durch unsere Arbeit mit der Natur und dem Wein ein ökologisches Paradies aus jedem Wein-Garten zu machen. Aus den Trauben von unseren blühenden und voller Lebenskraft strotzenden WeinGärten keltern wir Weine, welche unsere Landschaft, das Klima, den Boden und die Facetten des einzelnen Jahrganges schmeckbar machen. „Seymann´s flüssige Landschaft™“ steht für langlebige & ausdrucksstarke Weine im Einklang mit Muttererde! Diese werden durch das Kern-Team der 6 Hände geschaffen – Nancy, Harald und Laurin.

Diese Ziele sind nur im Sinne einer ganzheitlichen biologischen Bewirtschaftung zu erreichen. Seit 2013 haben wir in der Weinhandwerkerei endlich unseren eigenen Traktor und können dadurch effektiv die Pflanzenstärkung betreiben. Das bedeutet zum Beispiel Pflanzenschutz in der Nacht um den höchsten Wirkungsgrad zu erreichen und Insekten zu schonen. Biodynamische Präparate werden unterstützend zur Belebung der Böden und der Pflanzen von Hand zum richtigen Zeitpunkt ausgebracht.

Seit dem Wirtschaftsjahr 2014, also seit dem wir unseren eigenen Traktor haben, arbeiten wir konsequent rein biologisch. Allerdings mussten wir als junger Betrieb mit unseren Erfahrungen wachsen um diesen offiziellen Schritt der Bio Umstellung zu wagen. Den wir waren so sehr damit beschäftigt unsere WeinGärten zu beleben das wir schlicht keine Zeit für den bürokratischen Mehraufwand und Kontrollen hatten. Im Dezember 2016 war es dann soweit, wir hatten uns dazu entschieden den Bio Kontrollvertrag, bei Bio Garantie Austria zu unterschreiben. Das bedeutet wir sind nun offiziell ein Betrieb der sich in Bio Umstellung befindet. Das Umstellungsprozedere dauert 3 Jahre. Somit werden wir mit der Ernte 2020 offiziell ein EU Biosiegel auf unseren Etiketten haben.

Am 15.11.2017 haben wir unsere erste offizielle Bio Austria Garantie Kontrolle mit Bravur Bestanden!

WEINHANDWERKER AKTUELL – 15.11.2017

Laurin schreibt:

Nach der Lese ist vor der Lese

Der Jahrgang 2017 liegt nun wohlbehütet nach einer sehr intensiven Weinlese in unserem Weinkeller. Dort ist es jetzt auch stiller geworden. Die Gärung ist nahezu komplett bei allen Weinen abgeschlossen. Jetzt geht es um die Reifung unserer Weine, das braucht Zeit. Zart werden die Weine auf der Feinhefe aufgerührt, wir kosten, beobachten und erfreuen uns an den herrlichen Aromen und Geschmäckern der neuen Weine! Ihr könnt gespannt sein! Unser genialer Satz – „Schmeckata 2017“ ist jetzt genau richtig und macht sich deswegen am Weg in die Flasche. Alle anderen Weine sollen reifen und ihre Aromen weiterentwickeln. Unsere Rotweine übersiedeln jetzt allmählich nach der Gärung im großen Gebinde in unseren alten Weinkeller, dort reifen sie dann 12Meter tief im Bauch der Erde in Barriquefässern.

Auch wenn die Weinlese vorüber ist und die Blätter bereits gefallen sind so sind wir im Weingarten zurzeit sehr tatkräftig. Denn nach der Lese ist vor der Lese. Um unsere Böden belebt und vielfältig zuhalten erneuern wir in einem regelmäßigen Zyklus unsere Begrünungen. Diesmal haben wir im Oktober die Hälfte unserer Flächen mit neuen Sämereien angelegt. Nach dem extremen Weinjahr 2017 welches durch Spätfrost im Mai und der bis vor kurzen andauernden Trockenheit geprägt war, arbeiten wir eifrig daran unsere Böden für Jahre wie 2017 fit zu machen. Deshalb bringen wir zurzeit unseren eigenen Kompost in die Weingärten und dazu ergänzend ein vulkanisches Tonmineral „Vermiculit“ aus. Dieses Tonmineral unterstützt uns sehr beim Humusaufbau, dadurch wird der Boden elastischer und kann Wasser viel besser speichern deshalb wird der Weinstock auch in solchen Jahren gut mit allem versorgt was er aus der Erde benötigt.

Der Boden ist unser allerhöchstes Kapital, wir hegen und pflegen ihn wie unseren größten Schatz, damit auch unsere Kindes Kinder sich über den Geschmack, die Einzigartigkeit unseres Weines und des Terrors erfreuen können.