Weinhandwerker aktuell Harald & Laurin berichten:

Volle Kraft voraus! – unsere Weinreben werden vom fast „sommerlichen Frühling“ der letzten Tage wach geküsst…. Das „Bluten“ der Reben beginnt und leitet die neue Saison 2020 ein. Mit jeden Tag schwellen die Knospen mehr und mehr und treiben schließlich aus. Das Wachstum der Reben richtet sich jetzt nach der täglichen Durchschnittstemperatur und der Sonnenbestrahlung. In den letzten heißen Tagen mit durchgehenden Sonnenschein kann man dem entfalten der ersten kleinen Miniblätter buchstäblich zusehen …

Unser Powerteam – Fanda – Harald – Viktoria – Laurin – Nancy und unser first wine dog Luna

Bei uns im Weingarten ist nach dem Anbinden der Triebe jetzt Zeit um unsere Weingärten zu „warten“. Dabei werden kaputte Weingartensteher – altdeutsch: Packstall -pulkautalerisch  gesprochen: „Backsteu“ getauscht. Drähte die das ganze Jahr für eine stabile und luftige Laubwand sorgen werden nachgespannt.

Bluten der Reben, Wasser und Nährstoffe kommen von den Wurzeln bis in die Triebspitzen

Als Biobetrieb bauen wir in unseren Gärten des Weines spezielle Begrünungen als „Futter“ für unsere Nützlinge an. Nützlinge lieben vielfältig begrünte Böden weil sich die Temperatur der Erde wohltuend ausgleicht und es in heißen Phasen einfach viel feuchter bleibt.

Offene Böden verdunsten sofort das im Moment sehr begehrte Nass – seit Wochen hat es nicht mehr geregnet – aber unser Erdreich ist noch feucht…

Die Saat wird zum nächst günstigen Zeitpunkt von Mond, Gestirne und vorhandener Arbeitskraft händisch ausgesät – dann hoffen wir auf Regen damit unsere Saat aufgeht. Dies ist ein organisatorisches Kunststück, so ähnlich wie eine Weinlese…

Das Pulkautal, eine Autostunde nordwestlich von Wien, ist eine sehr heiße, trockene Zone, hier Landwirtschaft zu betreiben erfordert viel Einfühlungsvermögen und Detailarbeit: direkt unter den Rebstöcken halten wir im Gegensatz zum übrigen Weingarten den Boden „BeiKraut“ frei um direkte Wasserkonkurrenz zu vermeiden. Nährstoff wird durch Bearbeitung und freigesetzt und die Laubwand bleibt luftig, und damit sicherer vor möglichen Pilzerkrankungen.

Die Arbeit um diesen Teil des Weingartens frei von „Unkraut“ zu halten ist sehr arbeitsam, wenngleich schon viel einfacher als in der Vergangenheit. Früher konnte man das nur von Hand mit einer sogenannten „Haue“ machen, daher leitet sich auch der Name „Weinhauer“ ab.

Inzwischen fährt der Traktor im Pulkautal mit dem so genannten „Haugerät“. Wir sagen auch „Scheren“ fahren oder „Schwerteln“ dazu…. Einmal im Jahr gehen wir dann dem Traktor hinterher und arbeiten nochmal einmal ganz genau mit der Haue von Hand nach, so wie früher… Und all diese Arbeiten beginnen gerade wieder damit der Rebstock gut in die Saison startet!

Wenzel mit dem Haugerät bei der Beikraut entfernung oder auch “schwertln”

Aber auch im Weinkeller wo momentan alle Weine reifen, gibt es immer was zu tun – unser Zweigelt aus 2017, der „Alte Hase“, wird diese Woche auf Flasche gezogen. Wir können es kaum erwarten mit Euch den Zweigelt „Alter Hase 2017“ zu verkosten! 2017 war ein wirklich schönes Rotweinjahr – seit gespannt! Ab Ende dieser Woche offiziell trink- und lieferbereit!